Daniel (von Johnny Raw): Hi Leute, stellt Euch bitte mal selbst kurz vor.

Olaf: Hallo, ich heiße Olaf und bin seit Sommer 2018 Sänger von THEM HORNY SNAKES. Die Jungs kennen sich alle schon länger und haben auch schon vorher zusammen Mucke gemacht. Ich spiele seit ich 15 bin in diversen Bands, aber etwas härter war es immer schon… ich bin sehr glücklich die Jungs kennengelernt zu haben und mit so geiler Mucke durchzustarten.
Colin: Moin, ich spiel Gitarre und gebe alles bei den Gang Vocals! Wie Olaf schon sagt, Clint, Robin Julius und ich kennen uns schon seit Ewigkeiten und wir haben schon immer zusammen Musik gemacht. THEM HORNY SNAKES in der jetzigen Form gibt es seit Olaf dabei ist, also Sommer 2018.
Julius: Moin! Ich bin Julius und ich schrubbe den Bass bei THEM HORNY SNAKES.
Robin: Ich spiele Gitarre und brülle ab und zu ins Mic! Daneben kümmere ich mich um die Mixes unserer Songs.
Clint: Moin, ich bin der Drummer und mit Robin zusammen für die Aufnahmen zuständig.

Daniel: Warum der Bandname THEM HORNY SNAKES? Gibt es dazu eine besondere Entstehungsgeschichte?

Colin: Haha auf die Frage haben wir natürlich gewartet! Der Name ist im Prinzip aus einer Bierlaune entstanden. Clint und ich waren damals mit unserem Kumpel Hajo, einer wahren Koryphäe, in Münster unterwegs. Hajo stand auf den Tischen in der Dille und ließ eine Flasche Sauren kreisen, was uns und anwesende Freunde veranlasste den bekannten Gossenhauer „Hajo, du geile Schlange…“ lauthals anzustimmen. Bald skandierte die ganze Kneipe und Hajo wurde endgültig zur Legende! Als Clint und ich kurze Zeit später mit ihm eine Punkrock Band gründen wollten, kamen wir schnell auf den Namen „Die geilen Schlangen“. Da wir damals zu viel Jerry B. Anderson geguckt haben, wurde das ganze schnell fachgerecht übersetzt zu „The Horny Snakes“. Da es aber endlos viele Bands gibt, die mit „The“ anfangen und uns das zu langweilig war, sollte es dann letztendlich „Them Horny Snakes“ sein. Mittlerweile ist Hajo leider nicht mehr dabei und wir haben uns stilistisch gewandelt aber er feiert sehr, dass wir weiter Gas geben!
Clint: Wir hatten nie Bock auf Standard Bandnamen und der Name funktioniert tatsächlich erstaunlich gut! Vor allem findet man uns immer, egal ob auf Youtube, Spotify oder bei Google.

Daniel: Ihr spielt ja ziemlich druckvollen, straighten HC Punk. Was sind Eure Einflüsse?

Colin: Danke, das klingt nach einem Kompliment! Unser Ziel ist es, die schnelle Energie und Spritzigkeit des Punkrock mit massiven Hardcore- und Metal-Elementen zu kombinieren. Ich höre ziemlich viel Hardcore, HC Punk und Metal. Meine Einflüsse sind dabei Bands wie DEEZ NUTS, COMEBACK KID oder H2O aber auch die mittlerweile aufgelösten 2ND ENGINE aus Rendsburg. Außerdem höre ich auch viel LIONHEART, GET THE SHOT und PARKWAY DRIVE.
Clint: Meine frühen Einflüsse sind Bands wie GREEN DAY, SYSTEM OF A DOWN und PENNYWISE. Bands wie CHILDREN OF BODOM, SLIPKNOT und 2ND ENGINE haben mich veranlasst noch vor meinem ersten Crash Becken in eine Double Bass zu investieren. 2013 bei Rock am Ring haben uns unsere Nachbarn mit „I hustle every day“ von DEEZ NUTS aus dem Zelt geblasen, sonen fiesen Bass Sound hatten wir bis dahin noch nie gehört! Über DEEZ NUTS sind wir dann in die zornigsten Mosh Pits und Stage Dives geraten und haben die HC Welt für uns entdeckt.
Robin: Für uns war Musik schon immer Zusammenhalt, Vollgas, schnelle Gitarren Riffs und naja…Bier trinken und Spaß haben!
Olaf: Meine Einflüsse stammen eher aus der Pop-Punk Richtung. Vor allem Bands wie GREEN DAY, BLINK 182, THE OFFSPRING, SUM41 oder ZEBRAHEAD haben mich beeinflusst.
Julius: PENNYWISE, PARKWAY DRIVE, ZSK und vielleicht KASSIERER 😀

Daniel: Ihr seid ja in unserem Supportpool. Wie seid Ihr auf Johnny Raw aufmerksam geworden?

Colin: Wir haben letzten Dezember spontan mit 1323 und KV12 bei Beyond Borders im Gängeviertel gespielt. Eigentlich war der Abend mit POPPERKLOPPER und GLOOMSTER geplant – da beide aber kurzfristig leider nicht konnten, hatten wir das Glück spontan einspringen zu können. Nach der Show haben wir Karsten kennengelernt. Er hat uns von Jonny Raw erzählt, wir fanden das eine klasse Sache: Ein Netzwerk von Bands, die sich klar gegen Ausgrenzung, Faschismus und Rassismus stellen. Da wollten wir natürlich mitmachen!

Daniel: In Zeiten von Corona brechen viele Auftritte und Veranstaltungen weg. Wie geht Ihr damit um, und wie nutzt Ihr die freie Zeit?

Colin: Das ist natürlich extrem schade und herausfordernd für Bands, Fans und Veranstalter. Wir haben 2019 angefangen live mit THEM HORNY SNAKES zu spielen und wollten dieses Jahr weiter Gas geben und jede Chance nutzen Shows zu spielen.
Unser zweites Ziel für 2020 ist aber unser erstes Album aufzunehmen und aktuell nutzen wir die freie Zeit, um an neuen Songs zu arbeiten.
Olaf: Tja, da ich einen dreijährigen Sohn habe, der aktuell nicht in die Kita gehen kann, besteht mein Tag hauptsächlich aus Kinderbetreuung.
Julius: Wir treffen uns einmal die Woche auf ein Bierchen bei Skype und besprechen die Lage. Das Songwriting funktioniert unter den gegebenen Umständen überraschend. gut. Insofern sind wir mehr auf das Schreiben konzentriert. Das Zusammenspielen und regelmäßige Gelage im Proberaum fehlen natürlich.
Robin: Mittlerweile kann ja zum Glück jeder entspannt von zu Hause aus Instrumente einspielen und an den Rest schicken, um an Ideen zu arbeiten.

Daniel: Was haltet Ihr von dem gerade übermäßigem Angebot der Online Streaming Konzerte? Ist da bei Euch auch was geplant?

Colin: Auf den ersten Blick ist das natürlich eine coole Sache, um trotz ausfallender Konzerte Bands „live“ sehen zu können. Ich denke aber das ist ein Problem für Musiker und Bands, die von ihrer Musik leben und jetzt alles für lau Online anbieten müssen, um sichtbar zu bleiben. Für Bands wie uns, die einfach Mucke machen, weil sie Bock haben, ist das natürlich anders. Aktuell ist bei uns aber in die Richtung nichts geplant. Zum Einen nehmen wir die Bedrohung durch Corona sehr ernst und haben uns selbst als Band seit Beginn der Kontaktbeschränkungen nicht getroffen. Natürlich freuen wir uns auf die Zeit, wenn die Kontaktbeschränkungen gelockert sind und wir endlich wieder zusammen im Proberaum Krach machen können. Aktuell nehmen wir uns da aber kein Sonderrecht raus nur weil wir eine Band sind.
Selbst wenn das wieder möglich ist wird es vermutlich eher kein Online gestreamtes Konzert von uns geben – Unser Proberaum ist in einem Bunker gänzlich ohne Netzempfang haha.
Julius: Nicht viel und nein. Persönlich bin ich kein Fan von Wohnzimmer-Konzerten.

Daniel: Was ist bei Euch für die Zukunft geplant?

Colin: Wir beenden gerade die Aufnahmen und das Mixing des letzten Songs unserer EP (die es, bis auf diesen, auch schon überall zu hören gibt). Daneben schreiben wir neue Songs, um dieses Jahr auch ein ganzes Album rauszuhauen!
Robin: Eigentlich wollten wir dieses Jahr wieder ordentlich Gigs spielen. Es gab auch Pläne, mit unserer befreundeten Band „KuckMaIch“ eine kleine Tour auf die Beine zu stellen. Da jetzt aber alles abgesagt wurde und wir nicht einmal wissen, ob dieses Jahr überhaupt irgendein Konzert noch stattfindet, konzentrieren wir uns jetzt ganz auf unser Album!
Clint: Album Release noch 2020 und dann 2021 hoffentlich wieder vieeeele Shows!!

Daniel: Die Corona-Krise lenkt gerade sehr vom steigenden Rechtsruck ab. Wie schätzt Ihr die Lage ein?

Olaf: Das ist natürlich kacke. Als absoluten Höhepunkt empfand ich den 20. April als Pegida Honks in Dresden demonstrieren durften, aber Tage vorher diverse Demonstrationen z.b. für den Erhalt des Grundrechtes oder für die Geflüchteten in Moria von der Polizei recht brutal geräumt wurden mit Begründung Corona… Womit sich leider wieder zeigt dass die Sympathie gegenüber Rechts in Teilen des Staates deutlich höher ist als gegenüber Links
Colin: Da hast du recht, die Corona-Krise überschattet alles. Immerhin bekommt die AFD dadurch auch weniger Gelegenheit dummes Zeug zu verbreiten. Den Rechtsruck sehe ich mit großer Sorge, gerade auch die sozialen Medien sind voller rechter Hasskommentaren. Es bleibt uns nur umso überzeugter für Freiheit, Toleranz und gegen sämtliche Formen des Rassismus einzustehen.
Robin: Eben, neben steigendem Rechtsruck kann man sich auch die Frage stellen, was momentan mit den ganzen Flüchtlingen passiert, die ohnehin in irgendwelchen Lagern unter schlimmsten Bedingungen um ihr Überleben kämpfen müssen. Auch Themen wie Klimaschutz oder die Lage in Kriegsgebieten werden von Corona komplett in den Hintergrund gedrängt.

Daniel: Zum Schluß könnt Ihr hier letzte Worte und ein paar Grüße loswerden.

Colin: Ich grüße alle, die sich das durchgelesen haben! Hört euch gerne unsere Mucke bei Spotify, Youtube oder wo auch immer an. Wir freuen uns auch immer über jegliches Feedback!
Olaf: Bleibt natürlich alle gesund, habt keine Angst und nicht den zivilen Ungehorsam vergessen. Peace.
Julius: Ich grüße meine Tante aus Buxtehude.

Wir danken Daniel von Johnny Raw für das Interview! Checkt die Johnny Raw Seite mal aus, es handelt sich um ein tolles Netzwerk von Bands, die sich klar gegen Rassissmuss und sämtliche Formen der Ausgrenzung stellen.